Neue Regelungen AentG und LANDWEHR L2.

LANDWEHR L2 - Arbeitgeberentsendegesetz

Mit Umsetzung der EU-Entsenderichtlinie zum 30.07.2020 sind im Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) neue Pflichten zur Aufzeichnung der täglichen Arbeitszeit in Kraft getreten, die Auswirkungen auf das Tagesgeschäft in der Gebäudedienstleistung haben. 

Im Gesetz heißt es: 

…ist der Arbeitgeber verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und, soweit stundenbezogene Zuschläge zu gewähren sind, unter Angabe des jeweiligen Zuschlags Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit, die einen Anspruch auf den Zuschlag begründet spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages aufzuzeichnen…“

§ 19 Abs. 1 AEntG

Für die Gebäudedienstleister bedeutet die Neuregelung, dass zusätzlich die stundenbezogenen Zuschläge dokumentiert werden müssen, soweit sie gemäß Rahmentarifvertrag verpflichtend zu gewähren sind. Hier müssen Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit in den täglichen Arbeitszeitaufzeichnungen erfasst werden, die einen Anspruch auf einen solchen Zuschlag begründen.  

Gemäß Rahmentarifvertrag betrifft dies folgende Zuschläge: 

  1. Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge  
  2. Erschwernis- und Belastungszuschläge

Auswirkungen auf die Praxis.

Mit der Umsetzung dieser neuen Regelung werden Sie vor Herausforderungen gestellt, bei denen wir Sie bestmöglich unterstützen wollen. Deshalb haben wir in den letzten Wochen gemeinsam mit Kunden und dem Anwenderkreis mögliche Lösungsansätze diskutiert.  

In der Praxis stellt sich die Frage, wer die Zuschläge wann innerhalb von sieben Tagen vermerkt und dokumentiert.  

Der Bundesinnungsverband hat in seinem Rundschreiben zum Thema „Muster-Arbeitszeitaufzeichnungen“ unverbindliche Lösungs-Beispiele mitgeliefert. Hierbei handelt es sich um „Dienstpläne“ im Hochformat, die darauf ausgelegt sind, dass nachträglich Daten manuell erfasst werden können. 

Für die Umsetzung der neuen Regelung in LANDWEHR L2 haben sich daraus folgende Fragen ergeben: 

  1. Grundsätzliche Frage: Muss auf den ausgedruckten Dienstplänen bzw. Stundenzetteln der jeweilige Zuschlag erfasst werden oder reicht es aus, wenn die Daten spätestens am siebten Tag in der Software vorliegen und dort dann die Zuschläge dargestellt und berechnet werden? 
  2. Der Platz auf den unterschiedlichen Dienstplan-Ausdrucken ist sehr begrenzt. Wäre es auch möglich, dass diese weiteren Erfassungszeilen auf einem Beiblatt ausgedruckt werden? 
  3. Wäre es auch denkbar, dass bereits beim Druck der Dienstpläne für den kommenden Monat, die Zuschläge der geplanten Stunden mit ausgegeben werden und der Objektleiter dann nur noch Veränderungen einträgt? 
  4. Wie verhält es sich bei Einsätzen von Mitarbeitern in unterschiedlichen Objekten, bei denen sich dann erst bei Summierung der Stunden ein Zuschlag ergibt (bspw. wöchentliche Betrachtung Belastungszuschlag)? Welcher Objektleiter ist dann für die Dokumentation zuständig? 
  5. Müssten rein theoretisch Zeiterfassungshersteller ebenfalls eine Möglichkeit schaffen, dass eine derartige Erfassung von Zuschlägen innerhalb der Zeiterfassung erfolgen kann? Oder reicht dann die Dokumentation innerhalb der lohnverarbeitenden Software? 
 

Um weitere Informationen zu bekommen, haben wir eine Mail mit diesen Fragen an die Generalzolldirektion in Dresden geschickt. Hier erhielten wir leider nur die schon uns bekannten Infos und somit leider keine weiteren hilfreichen Vorschläge zur Umsetzung. 

Des Weiteren haben wir Mitte August eine Anfrage an den Bundesinnungsverband gestellt, mit der Bitte, unsere Fragen hinsichtlich der aktuellen Thematik und Problematik zu beantworten. Leider haben wir hier bislang noch keine Antwort erhalten. 

Die geplanten Anpassungen in LANDWEHR L2 im Detail.

Da die Zeit drängt und wir bislang keine hinreichenden Antworten zur Umsetzung erhielten, haben wir uns nun für folgende Änderungen im LANDWEHR L2 entschieden: 

  1. Ausdruck der geplanten Zuschläge als separates Beiblatt („Zuschlagsliste“) zum Dienstplan 
  2. Auswertung/Übersicht zur schnellen Anzeige der Zuschläge bei Zollprüfungen im Unternehmen 
 

Der Dienstplan-Druck ist ein hochkomplexer Prozess und die Anpassung auf die individuellen Anforderungen unserer Kunden eine zeitintensive Arbeit. Aufgrund der Komplexität des Dienstplan-Ausdrucks (Ausdruck als Hoch-oder Querformat mit entsprechender Formatierung, Schriftgröße, in Relation stehende Datensätze usw.) haben wir uns für die Umsetzung mittels eines Beiblattes entschieden. Wir sind uns bewusst, dass diese Lösung nicht ideal ist aber mit Blick auf die kurzfristige Umsetzung die Lösung darstellt, die schnell und konfliktfrei umsetzbar ist.  

Die Vorteile des Beiblatts im Überblick.

  1. Der bestehende Dienstplan muss nicht verändert werden.
  2. Bei der Gestaltung orientieren wir uns an der unverbindlichen Vorlage des Bundesinnungsverbands.
  3. Neben den geplanten Zuschlägen können in den leeren Feldern die nicht geplanten Zuschläge erfasst werden (Blankozeilen) Somit werden wir der Anforderung gerecht, dass sofern bereits Planungen, z.B. Wochenpläne zu Einsatzzeiten und -orten, bestehen, die Beginn und Ende sowie Pausenzeiten oder die Pausendauer vorsehen, die Aufzeichnung der Arbeitszeit auch auf Grundlage dieser Planungen erfolgen kann. Zu ergänzen sind dann nur entsprechende Abweichungen. 
  4. Mit einer neuen Textmarke kann auf dem ursprünglichen Dienstplan die Info ausgegeben werden, dass ein Beiblatt (Zuschlagsliste) existiert. 
  5. Jeder Kunde kann optional entscheiden, ob er dieses Beiblatt beim Dienstplan-Druck erstellen will. 

Die oben genannten Änderungen werden wir mit der Version 20.03.xx Anfang/Mitte Oktober zur Verfügung stellen. 

Elektronische Zeiterfassung – die Alternative zum Beiblatt und Dienstplan-Ausdruck.

Da die Arbeitszeitaufzeichnungen nicht an eine bestimmte Form gebunden sind und sowohl elektronisch als auch schriftlich geführt werden können, ist elektronische Zeiterfassung eine Alternative zum Ausdruck des Beiblattes. (Mehr hier)

Da eine elektronische Erfassung als ausreichend angesehen und akzeptiert wird, möchten wir an dieser Stelle noch mal auf unsere LANDWHR L2 Check App hinweisen, mit der die Zeiterfassung durchgeführt werden kann. 

Aber auch unsere Partner im Partner-Netzwerk bieten sehr gute Lösungen in diesem Bereich an. Eine Übersicht über die Partner und die Lösungen für die Zeiterfassung finden Sie hier.  

Bei Fragen zur LANDWEHR L2 Check App oder zu den jeweiligen Partnern wenden Sie sich gerne an Ihren zuständigen Vertriebsbeauftragten. 

Erst wenn die ersten Prüfungen durch den Zoll erfolgt sind, werden wir alle wissen, was genau erwartet wird und wie geprüft wird. Daraus könnten sich dann neue Erkenntnisse ergeben. 

 

Wir freuen uns über jeden Vorschlag, wie eine Abbildung unter den softwaretechnischen Möglichkeiten erfolgen kann. 

IhrMarco Töben.

Produkt-Manager LANDWEHR L2

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